
So streng bewacht wie Fort Knox wars zwar nicht, aber immerhin: Wer am vergangenen Samstag in den Gewerbepark Olfetal wollte, mußte zunächst mehrere, von privater Hand errichtete, Straßensperren passieren.
Der Grund: Die Kosmetikfirma LR-International hatte rund 1200 in Deutschland und Mitteleuropa tätige „Berater“ zu einer „geschlossenen Veranstaltung“ geladen. Fast 200 von Ihnen durften hiernach mit einem nagelneuen Mercedes C 180 nach Hause fahren. Die den "Führungskräften innerhalb der Beraterschaft" als Geschäftswagen zur Verfügung gestellt, und in Ahlen versicherten Fahrzeuge, alle zu erkennen am Kennzeichen WAF-LR, waren bereits am Vortag vom Autohaus Ostendorf in mehreren Schüben von 24 Fahrern ins Olfetal kutschiert, und in einer 1,3 Kilometer langen Reihe entlang der Straßen zur neuen, 45 Millionen Mark teueren Produktions- und Versandstätte, kurz LR II genannt, geparkt worden.
In seiner Ansprache, an die in einem Festzelt versammelten 1200 Mitarbeiter, übte Firmenchef Helmut Spikker (Motto: „Wer den kalten Wind nicht aushält, hat auf dem Gipfel nichts zu suchen.“) zwar Kritik am Standort Deutschland, dennoch sei er an seiner Geburtsstätte geblieben. LR II verfügt über eine Produktionsfläche von 1800 Quadratmetern; dazu kommen ein Hochregallager mit einem Fassungsvermögen von 28 000 Kubikmetern (ca. 52 Einfamilienhäuser) und eine 5 Millionen Mark teure Versandanlage für täglich 10 000 Pakete.